Gärten des Grauens – ein Text, der mir noch auf der Palette brannte

Es ist heiß. Sonnenschirme öffnen sich, wir suchen, wenn uns  etwas an uns liegt, Schatten. In den Gärten blühen Planschbecken auf, Kinder laufen durch die Wassersprenger. Vögel suchen Pfützen, die sich bilden, Hummeln, Schmetterlinge. Bäume fächeln ein wenig Luft und werfen Schattenkleckse in den erbarmungslosen Sonnenschein. Über den kostbaren Gartenteichen schwirren Libellen….
Und überall drumherum Beton und Stein, heiß erhitzte Materialien, die nächtelang die gespeicherte Hitze weitergeben. Autos scheinen zu erglühen, Motoren erhitzen, aus den Öfen und Grillplätzen wabert die heiße Luft. 
Und sie bauen die Gärten des Grauens. Pflegeleicht, doch für wen? Die eigene Bequemlichkeit zur Ästhetik ernannt, werden Steine in Käfige gesperrt, harte Platten bedecken die Erde, grau und reinlich, umranden sie Häuser, vor denen einmal Flieder duftete, Hortensien und Rhododendron blühten. Ordentlich hocken die Eigentümer der Herzlosigkeit inmitten von Beton und machen mich fürchten. Den ordnungsliebenden Besitzern gehört unsre Luft, unser Schatten, sie verschenken sie großzügig.
Durch die Hitze rattern die Ladungen mit Schutt, das Leben zuzuschütten bei den Reinlichen, den Ordnungsliebenden in Stadt und Dorf, um zu rauben was sich selbst gehört, sich die Gärten des Grauens zu schaffen. Die Kostbarkeit von Schatten, Bienen, Luft und Vögeln interessiert sie nicht, das Schmelzen der Pole, Ozonwerte, Feinstaub gehört nicht in ihre Mitverantwortung. Reinlichkeit auf bequemen Grund, damit sie in Ruhe verreisen können, dorthin, wo Bäume sich im Wind wiegen, Lachtauben gurren und Grillen ihr Abendkonzert geben. Meine Welt scheint sich mir völlig entrückt zu haben, scheint den Verstand und ihr Herz zu verlieren und das ganz ordentlich.
Steingärten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*