Baum der Erkenntnis

Baum der Erkenntnis

Kunst darf alles. Darf packen, langweilen, dekorieren, verstören, fragen oder trösten, ekeln oder freuenmachen. Kunst ist frei.
Alle Schaffenden suchen darin eine eigene Sprache, Konzept und Intension einzubringen. Die meine ist es, kluge Bilder zu malen. Solange die Menschen so töricht sind, ich eingeschlossen, und ich malen und leben darf . Dazu verwende ich die Verlockungen des Handwerks, strahlende Farben, witzige Titel, Sinnlichkeit oder die Hoffnung auf Trost. Mit durchtriebener Pinselspitze nehme ich meine Zeit mit auf die Reise in die Zukunft, die nach Rechtfertigung fragen wird. Sicherlich werden meine Verstandesbetörungen als illustrativer Manierismus beiseite gelegt, meine Weiblichkeit zur Urheberin verurteilt sein. Es wird mir, auch posthum, recht sein, denn die patriarchale Betrachtung der Kunstgeschichte hat sich mir schon zu Malzeiten in ihrer kapitalistischen Verteidigung von Pfründen als Lügenkonstrukt offenbart, auch mit einigen Quotenfrauen als Verpackung, bei denen die malende Männlichkeit elegant dafür gesorgt hat, dass sie ungefährlich blieben, wenn die Pfründe verteilt wurden. Es vermag mich nicht zu beirren, es motiviert meinen Mut, verwöhnt meine Ansprüche.
Und so macht mein Baum der Erkenntnis nicht nackt, er zeigt uns als Narren. Das macht mir Adam und Eva, auf unsere Weltentwicklung bezogen, glaubwürdiger als der Blick einer männlichen Gottheit auf eine weibliche „Scham“. Oder liegt sie schon da, die Verurteilung der einen Menschheitshäfte, als Apfel im Schoß der Männlichkeit? Damals, als der männliche Part gottgefällig, etwas dümmlich verführbar oder eben ein Mörder war und die weibliche Seite zur Verführerin zum Gebären unter Schmerzen verurteilt wurde? Wie ein Manifest weist diese Uridee bereits der Kunstgeschichte den einzuschlagenden Weg. Ihre Akzeptanz wurde inquisitorisch verfolgt. Genau hier nimmt meine Pinsel die Spur auf . Hier schaue ich hin und lasse den Baum ein wenig verrotten, gleiche die Narren einander an. Es macht mich zufrieden, meiner Zeit etwas zu erwidern.Bilder 2

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*