Schall und Rauch

 
Schall und Rauch
Am Anfang steht die Ruhe, die Fläche der Nebel. Eine Einladung, den BetrachterInnen Raum und Zeit zu einem eigenen Einstieg zu ermöglichen. Meine Intentionen, die dabei keine Rolle spielen sollen, stehen nur in den seitlichen Kulissen bereit. Ähnlich den TänzerInnen, die sich für ihren Auftritt warm machen, aber noch nicht an der Reihe sind und ungeduldig warten, bis das Szenenbild für sie bereit ist.  
Sodann dringen die Nebel herein, die uns zu gern blind machen, Konsum, Erfolg, Ruhm, Schönheit, Anerkennung – die Vorhänge der Eitelkeiten, so unbeschreiblich nichtig. Nichts haben wir, nichts werden wir behalten, wozu also des Lebens Aufwand noch? Was bleibt, ist das Lächeln, das Lieben, das Geschützte, das noch eine Weile besteht, wenn wir uns schon abwenden. Jede gereichte Hand erreicht eine Andere, jedes Nichtgetretene kann ausschlagen und wachsen.
Die Ebenen, ähnlich dem Aufbau von Renaissance Bildern, lassen keine  Farbperspektive gelten, sie beharren darauf, gesehen zu werden, wenn zerschmetterte Bauten zu Schlössern werden, weil wir sie mit Inhalten und Zuneigung pflegen. 
Wir besitzen den reichen Schatz eines Meeres von Vergessenheit, Dinge oder Gedanken, Kulturen oder Erinnerungen zu bergen und durch Sichtbarmachung neu zu beleben, zum Schutz vor eigener Dummheit hervorzuzeigen. 
Das Bild entstand in meinem Kopf, wie jedes andere auch,  lauerte dort, um gemalt zu werden. Die Gedanken kamen bei dem Betrachten von Bildern im DRK-Museum in Vogelsang, deren Botschaft mich berührt hat: Mit der Freude am Miteinander ist zu lindern, ist hinzusehen leichter und, letztlich vergeht diese Energie nicht in Schall und Rauch. In ihren Raffinerien der Gemeinschaft entstehen mehr Düfte als Qualm, mehr Wolkenbilder als Smog, bildet sich ein Lebensentwurf geistiger Lust, ja, die gibt es!  
 
Schall und Rauch
 
 
Schall und Rauch
Öl auf Leinwand
200 x 140 cm
 

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