König Fußball – ein Textbeitrag, der mir noch auf der Palette brennt

Wenn ich in diesen Tagen meinen Computer öffne, werde ich sogleich aufgefordert, mich mittels Fussballdekorationen als Fan zu identifizieren. Das ist für mich natürlich völlig absurd. Denn ich bin keiner. 
Dabei geht es mir nicht darum, mich nicht mit Ballsport in all seinem Spass zu identifizieren, sondern keinesfalls mit einem Massenhype zu symphatisieren, ja, diesen mit all meinen „Freunden“ zu bewerben, der keinen weiteren Sinn hat, als eine gewaltige Kapitalspritze der Fussballindustrie zu befriedigen,  
Massen von Fans zu stimulieren, deren Sport vor alle darin besteht, sich trinkend und pöbelnd danebenzubenehmen – im schlechten Fall. Im Guten kaufen sie Fanartikel und jubeln über Grillwürsten. Wie aber kann ich einer Meisterschaft korrupter Funktionäre in einem Land zujubeln, dass Homosexuelle verfolgt, einsperrt, foltert und sogar bisweilen ermordet? Ein Land, indem Künstler, Intellektuelle unterdrückt werden? Auf dessen Befehl abertausende Hunde und Katzen erschlagen, vergiftet wurden, damit der Jubeltourist nicht sieht, das man sie hungern lässt? Das Blut der tausend armen Hunde von Sotschi ist in meiner Erinnerung noch nicht getrocknet, da wird auf frischem Leid gekickt. Mir ist bewusst, selbst wenn in Russland Gaskammern gebaut würden, nähme der Fussballspass nicht ab. Es ist dem Spasstrunkenen egal, wo er auf den Boden spuckt, weltweit. Gerade weil ich die Schönheiten Russlands schätze, Landschaft und Kultur und mich dem kommunistischen Gedanken nicht fern fühle, gerade deshalb graut mir vor dieser Veranstaltung besonders. 
 
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