End of Cultureshock

Persönliche Erklärung

Hiermit ziehe ich mein Angebot zurück, für die Stadt Schleiden im Rahmen der Flücht-lingsintegration Maßnahmen durchzuführen. Ebenso werde ich nicht für Projekte im ehemaligen Caritashaus Schleiden zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werde ich aufgrund der mangelnden Unterstützung eines Großteils der Ratsvertreter sämtliche ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Stadt Schleiden einstellen.
Seit acht Jahren lebe ich in Schleiden. Von Anfang an war es mein Bestreben, das Glück in der Eifel leben zu dürfen, mit meinen Mitbürgern zu teilen. Seitdem habe ich auf eigene Kosten Projekte verwirklicht wie das Deutsch-Belgische Freundschaftsfest, das Jugendkunstfestival „Sie sind jung“, Ausstellungen wie „Die Kinder des Kulturschock“ oder der Wochenspiegel-Rückblick, die alle nicht öffentlich gefördert und privat finanziert waren.
Seit vier Jahren habe ich Immobilien unter dem Namen „Kulturschock“ gemietet und für meine Mitbürger geöffnet. An jedem Tag hatte ich geöffnet und stellte oft den einzigen Anlauf-punkt in der Stadt für Gäste und Touristen dar. Als Ort der Kultur und der Kunst präsentierte sich Schleiden auch mit der Kunstmeile. Besucher aus aller Welt waren hier zu Gast. Im kommenden Jahr sollte hier die Twitterartexhibit stattfinden, die in diesem Jahr in New York gastiert.
Und nun, wo das Bistum seine Forderungen erhöht hat und ich die Lasten nicht mehr aus meiner Privatschatulle tragen kann, zeigen mir Mitglieder des Rates, die bis auf wenige Ausnah-men niemals im Kulturschock gewesen sind, was die öffentlichen Lobreden über das Ehrenamt wirklich wert sind. Meine jahrelangen Bemühungen werden als überflüssig und verzichtbar er-achtet. Dazu werde ich hinter meinem Rücken mit Kübeln voller Dreck beworfen, und mir wird Abzockerei unterstellt. Es geht sogar so weit, dass eine Ratsvertreterin hinter meinem Rücken auf einer öffentlichen Veranstaltung zu meinem neuen Arbeitgeber geht, um mich dort anzuschwär-zen.
In der Eifel gilt Schleiden als die „Tote Stadt“. Meine Versuche, das zu ändern und die Stadt mit Kunst und Kultur zu beleben, werde ich nun einstellen. Es tut mir leid, dass die vielen Schleidener, die mir ihre Freundschaft geschenkt haben, jetzt mit leeren Händen dastehen. Ich wollte nichts als Freude und Farbe in die Stadt zu bringen. Warum Menschen so ein Geschenk ablehnen können, wird mir auf ewig unbegreiflich sein. Besonders enttäuscht mich, dass im Rat viele sind, die selbst ehrenamtlich unterwegs sind und trotzdem mein jahrelanges Engagement mit Füßen treten. Explizit ausnehmen davon möchte ich die Vertreter der FDP-Fraktion, die mir in den letzten Wochen den Rücken gestärkt und oft Mut zugesprochen haben.
Ich möchte dem Bürgermeister von Schleiden sowie der gesamten Verwaltung danken, die alles getan hat, meine wilden Ideen in einen geordneten Rahmen zu bringen sowie dem Bauhof, der alles gegeben hat, um mich in meinen Projekten zu unterstützen. Mir tut es leid, die vielen Freunde von nah und fern zu enttäuschen, die in den letzten Jahren den „Kulturschock“ besucht haben und ihn als Ort der Kunst und der Begegnung schätzen.